Präsident Trump - der neuzeitliche Konstantin?

Bei einem Empfang anlässlich des griechischen Unabhängigkeitstages im East Room des Weißen Hauses überreichte Erzbischof Elpidophoros von der Griechisch-Orthodoxen Erzdiözese von Amerika in Washington Präsident Donald Trump ein großes, goldenes, orthodoxes Kreuz mit den Worten: „‚Durch Ihre Führung verkörpern Sie die Werte unseres christlichen Glaubens und die Liebe zum Evangelium. Sie erinnern mich an den großen römischen Kaiser Konstantin den Großen, der die prächtige Stadt Konstantinopel – meinen Geburtsort, der heute als Istanbul bekannt ist – gegründet und erbaut hat.‘“

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=bXtkpIAYhvU

So berichtet es der Washington Examiner am 24. März 2025. Der Erzbischof habe hinzugefügt, dass es ihm eine große Ehre sei, dieses „Heilige Kreuz“ zu überreichen. „Dieses Kreuz ist das Symbol, das diesen großen römischen Kaiser Konstantin zum Sieg geführt hat. Wie Christus ihm in einer Vision offenbarte: ‘Ἐν τούτῳ νίκα’ - ‘Geh damit und sei siegreich!’ Dieses Kreuz ist ein ewiges Symbol des Friedens und eine unbesiegbare Trophäe, ein Zeichen göttlicher Kraft und Führung. Mit diesem Kreuz bete ich, dass Sie der Welt Frieden bringen und Amerika unbesiegbar machen! Möge Gott Sie immer segnen, Mr. President“, fuhr Elpidophoros fort und segnete Trumps Familie.

Der Examiner erwähnt, dass nach dem Bericht des römischen Historikers Eusebius Kaiser Konstantin am Tag vor einer entscheidenden Schlacht im Jahr 312 n. Chr. Jesus im Traum erschienen sei, mit der Botschaft, im Zeichen des Kreuzes zu siegen. „Nach seinem Sieg erließ Konstantin das Edikt von Mailand, das die verfolgte christliche Religion legalisierte. Das Christentum verbreitete sich in der Folgezeit rasch und wurde 380 n. Chr. zur offiziellen Religion des Reiches.“

Konstantin ist unter anderem dafür bekannt, im Jahr 321 die Sonntagsruhe in seinem Reich verpflichtend eingeführt zu haben. Dabei ging es ihm weniger um Jesus Christus; vielmehr „war dieser Tag jenem Gott gewidmet, der sich reichsweit durchgesetzt und mit dem Kaiserkult eng verbunden hatte: ‚Sol invictus‘, der unbesiegte Sonnengott. Damit kam der Kaiser auch anderen entgegen, etwa dem geheimnisumwitterten Mithras-Kult, in dem die Sonne ebenfalls eine wichtige Rolle spielte“, beschreibt es die Erzdiazöse Wien.

Die Christen, bis zu diesem Zeitpunkt verfolgte Kirche, waren, waren sie ab Konstantin politisch anerkannt und gefördert. Vorher kam die Gefahr durch das römische Reich von außen in die Kirche. In dem Moment, als ein weltlicher Kaiser sich in religiöse Belange einmischte, den Ruhetag vom biblischen Sabbat auf den heidnischen Tag der Sonne, den Sonntag, verlegte und die Kiche dies akzeptierte, kam die Gefahr von innen. Von nun an sollten immer mehr gefährliche Irrtümer in die katholische Kirche Einzug halten, was zur Zeit Martin Luthers zur Reformation führen sollte.

Sollte Trump wirklich dem Wunsch von Erzbischof Elpidophorus entsprechen, würde das nicht unbedingt vorteilhaft für die Nachfolger Jesu sein. In dem Fall nämlich würde Trump das System einer traditionalistischen und tief im Heidentum verstrickten Kirche fördern, einer Kirche nämlich, die bekannt dafür ist, ein besonderer Verfechter des von Konstantin eingeführten Sonntags zu sein: der katholischen Kirche. Über die Verflechtung von Trumps Agenda 47, den Machern des Project 2025 und Opus Dei berichteten wir bereits. Letzteren geht es um die Wiederaufrichtung Amerikas als starke christliche und letztlich katholische Nation.

Nachfolger Jesu werden sich nicht darauf verlassen, dass ein weltlicher Herrscher ihrem Glauben oder ihrer Religion Glanz und Ehre verleihen wird. Im Gegenteil, sie folgen dem Lamm nach, „wohin es auch geht“ (Offenbarung 14,4), selbst wenn es Verfolgung mit sich bringen würde. (2. Timotheus 3,12) Am Ende winkt ewiger Lohn, der für alle erlittene Mühsal reichlich entschädigt. (Offenbarung 22,12).

StpH, 01.04.2025


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